Ökumenischer Suppentag 2003

Ökumenischer Suppentag 2003

Sonntag, 16. März

Marek und Nathalie Wnuk, die Leiter des Kinderheims in Kiew, berichteten über die Situation der Strassenkinder in der ukrainischen Hauptstadt und über ihren Erfolg mit dem durch Spenden aus der Schweiz finanzierten Jugendheim. Die Kollekte und die Einnahmen aus dem anschliessenden Suppenessen im ref. Kirchgemeindehaus ergaben dieses Jahr mit 4545 Franken ein Rekordergebnis. Der Reingewinn kommt vollumfänglich dem Hilfswerk Kiev Kids zugute.

Hilfswerk Kiev

Strassenkinder

90'000 Kinder sollen in der Ukraine auf der Strasse leben - offiziell. Inoffiziell ist die Zahl doppelt oder dreimal so hoch, schätzt die Caritas. Wie viele Tausend davon in Kiew sind, vermag niemand zu sagen. Aber sie sind da - Kinder ohne Eltern und ohne Zuhause, die jüngsten kaum älter als drei oder vier Jahre. Sie schlafen in Kellern, Schächten, und in den Zugangsstollen der Warmwasserleitungen und kämpfen jeden Tag ums Überleben. Ihr Zuhause haben sie verlassen, weil sich ihre Eltern zu wenig um sie kümmern, weil sie misshandelt wurden oder weil es schlicht nicht genug zu essen gibt. Die einzige Zufluchtstätte in der Dreimillionen-Stadt Kiew ist für viele Kinder eines der Tages-Zentren oder Heime, die bis zu 150 Kinder und Jugendliche aufnehmen. Auf diese Weise versucht der ukrainische Staat, dem Problem der Strassenkinder zu begegnen. Es gibt aber auch kleinere, familiär geführte Heime, in denen die Kinder mehr als ein Dach über dem Kopf und zu essen bekommen. Dort erfahren sie, was es bedeutet, Gefühle wie Wärme, Zuneigung und Vertrauen zu erfahren. Sie finden ein neues Zuhause und einen Therapieplatz gleichzeitig: gesundheitliche Schäden werden behandelt, sie bekommen Physiotherapie, schulische Ausbildung und lernen, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Wohnheim und Gassenarbeit

Dieses Konzept der Kleinheime bewähre sich sehr, sagt Nathalie Wnuk-Jeannerat. Die junge Schweizerin führt zusammen mit ihrem Mann Marek in Kiew ein Heim für 12 ehemalige Strassenkinder. Neben dem Leiterpaar arbeiten weitere 10 Personen im Kinderzentrum Sunshine: Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieherinnen, eine Köchin und Hilfskräfte. Der Betrieb des Heims kostet pro Monat zwischen 4000 und 4500 Franken. Die Mitarbeiter verdienen 200 bis 250 Franken, was für ukrainische Verhältnisse ein sehr gutes Gehalt ist. Mit 100 Franken kann das Heim ein Kind einen Monat lang ernähren (inkl. Medikamente).